EU-Beitritt Kroatiens in 2 Jahren?
Geschrieben von Mario Kelava - 11. Oktober 2007
Nach Angaben des zuständigen Dirketors der EU-Komission Christian Danielson könnte Kroatien die Beitrittsverhandlungen in 2 Jahren hinter sich haben. Allerdings stehen die größten Hürden bei den Verhandlungen noch an und das könnte die Gespräche verzögern.
Trotz Wahlen im November ist der Reformwille laut dem kroatischen Chefunterhändler Vladimir Drobnjak ungebrochen. Es besteht kein Grund zur Unzufriedenheit auf kroatischer Seite. Es ist viel erreicht worden. In den nächsten Tagen kommen noch 2 Verhandlungsbereiche zu den bereits 12 laufenden hinzu.
Die Justizreform und der Binnenmarkt sind die heikelsten Themen die in den nächsten Monaten warten. Die kroatische Justiz ist in Teilbereichen noch sehr korrupt und Prozesse dauern sehr lange. Entscheidungen der Justiz sind teilweise willkürlich und nicht nachvollziehbar. Da muss sich viel ändern. Die Wirtschaft des Landes ist bei weitem noch nicht wettbewerbsfähig und es gibt noch zahlreiche Unternehmen unter stattlicher Kontrolle, besonders im Schiffsbau werden zudem noch Subventionen gewährt. Nach den Reformen werden durch die Privatisierung viele Arbeitsplätze verloren gehen. Das muss die Politik den Leuten nach den Wahlen vermitteln können!
Wenn Kroatien weiteren Reformwillen zeigt – wird am Ende das Ergebnis der Beitritt in die EU sein. Das ist gut für das Land!
Karin sagte
Lieber Mario!
Ich nhabe deinen Artikel über Die Beitrittsverhandlungen gelesen und bin doch etwas nachdenklich! Jetzt habt Ihr endlich eure Unabhängigkeit erreicht und schon wollt ihr in die nächste Abhängigkeit. Erhofft euch nicht zuviel von der EU. Wir Österreicher sind jetzt schon länger dabei und wissen mittlerweile, dass uns die Eu nur Mehrkosten und unnötige Vorschriften gebracht hat.
Lasst euch doch nicht so blenden. Es hört sich alles supertoll an, aber wenn ihr erst einmal dabei seid werdet ihr es bereuen, genauso wie Millionen Östereicher! Liebe Grüße Karin
Robert sagte
Kroatien ist ein gutes Beispiel für einen nationalen Konsens in wichtigen europapolitischen Fragen. Die sozialdemokratische und konservative Regierung haben gute Arbeit geleistet. Aber es bleibt auch hier noch viel zu tun, um Ende 2008 oder Anfang 2009 die Verhandlungen abschließen zu können.
Die Ratifizierung dauerte bei den letzten Erweiterungen 18 Monate. Nach Adam Riese macht das Ende 2010, oder halt 1.1.2011. Wenn’s gut läuft, frühestens… Hmmmmm…
Matthias sagte
Hallo Robert,
wenn Kroatien ein gutes Beispiel für einen nationalen Konsens in wichtigen europapolitischen Fragen sein soll, dann hast Du von Kroatien leider keine Ahnung.
Kroatien als Vorbild, da läuft es einem kalt den Rücken runter. Ich habe 5 Jahre gelebt und gearbeitet in Kroatien und weiß von was ich rede. Eher gibt es einen neuen Bürgerkrieg als einen EU- Beitritt. Gott schütze die EU vor Kroatien.
Robert sagte
Mal wieder ein Update bzgl. Beitrittszeitplan: Quelle
Croatia needs to speed up the pace of its reforms or it risks becoming a full EU member only after 2011, the MEP in charge of the dossier has warned.
In his last report, Austrian Socialist MEP Hannes Swoboda set 2009 as a target date for finalising EU negotiations with Zagreb and 2011 as the year when Croatia could become a full EU member.
But while “six months ago, this was very likely to happen,” today, the probability of Croatia respecting this time-frame is only “20 to 30 percent”, Mr Swoboda told EUobserver.
The country still has a chance of finalising its accession negotiations early next year. Then around one and a half years would be needed for ratification of the accession document by member states for it to join the bloc in 2011.
If accession negotiations are not closed by earlier next year however, the whole process may be slowed down due to the 2009 European elections and to the appointment of a new commission college in the autumn of 2009.